Freitag, 6. November 2009

Hab dich vermißt

Hab dich vermißt,
bin zugeküßt
mit Erdbeeren
und Sahne.

Kannst dich
dran laben
an den
Früchtegaben.

Sie beschmecken,
mit Vanille
lecken
voller Gier.

Die Früchte
wachsen weiter
lieblich
heiter.

Bist mein
Offizier
am kalten
Klavier.

Hab dich vermißt
und heimlich geküßt,
ja heimlich geküßt…

Angelika Demel
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Silbernacht

Reibekuchen,
Preißelbeeren,
guter Wein
zum Dessert
mit dir allein
in der nächsten
Silbernacht.

Wir singen
den Sternen
ein Lied,
schmatzen
die Reibekuchen
zärtlich schwer,
fast benommen.

Es dämmert
Ich such`
deine Hand
im Schritt.
So lautlos
verführt,
wird alles gut.

Angelika Demel
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Schnee

Ohjeohjeohje
Heute liegt
der erste Schnee.
Die Kinder
schreien ultralaut
haben das Silber
flugs verbaut.
Mir tut der Schnee
ein wenig weh.
Er trifft mich
im Nacken
und an den Backen.
Schön weiß
soll er sein,
höre ich sagen,
man könne
nicht klagen.
Er wärme
den Asphalt,
die Stadt
und den Fluß,
schickt
Verliebten
den eiskalten Gruß.
Wenn er geht,
dann kommt
die Flut.
Sie nimmt
die Liebe
und verbrennt
die Glut.
Ohjeohjeohje
Weg ist er,
der erste Schnee

Angelika Demel
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Montag, 2. November 2009

Maskerade

Sherezade.
Maskerade.
Ein Schuß fällt.
Getroffen
sinkt das Reh
darnieder.
Der Schütze
schweigt
und weint.
So leis.
So grell.
Erschießt
sich
alsbald
schnell.

Angelika Demel
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Sonntag, 1. November 2009

Vom Lehm

So schö wars
So wunderboar
in die Weld
mit dir zu flieng
wo`s ka Erbed gibt
und ka Geld.

So leicht
hob iich mich gfühlt
neba dir
unerreichd
mir zwa
die Hoar zerwühlt

Du host mich
ghalten
in dera kurzn Nocht
Du host mei
Lehm gesbiggd
mit Farbenbrochd.

Du bist mei Lieb
in der Früh
mei Sonn
in der Nocht
Du hast die Wolggn
in mei Herzla glacht

Grod schö woars
Grod fein
So lieb
und glitzeglein.
Bleibst do für immer
Ich geh aa nimmer

Ich bleib
und schreib
dir jeden Doch
a Wördla zur Lieb
bist mei bester Dieb
mei Sternasieb.

Bist mei Laud
manchmal hell,
Dunkel und grod schnell
So leis und still
So dass ich bloß nu
glaana Wördla song will.

Wenn die Wördla
glaa wern
dann wer iich
widder jung
Dann wer ich
so wahnsinnsglücklich
hob a weicha Zung

Angelika Demel
siehe auch:

So zart

Und so zart
ja so zart
bei dir
so weich
dein Mund
so rund
meine Münder
so lieb dein Wort
besoffen
meine Lust
ruhig
eisklar
mein Geist

Keine Maskerade
nur Liebe
nur Liebe
es ist
als tränken
wir den selben
Wein
den gleichen Saft
und gemeinsam
saure
Muttermilch
aus dem
Leben

Du und ICH
nicht
kaputtbar
So als obs
nie
anders gewesen
bist du da:
ich Kind
du Mann.
So
soll es bleiben
So
ist es gut.

Du bist
mein Hirn
mein Aug`
mein Leib
mein Ohr,
mein Mund
mein Muschelgrund
das Glück
hat uns geführt.
Ja das Glück-
Du bist mein Glück.
So zart.

Angelika Demel
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Freitag, 30. Oktober 2009

Morgen

Morgen werde ich in den Wald gehen
mit meinem goldenen Schwert
Vorher die Häuser dieser Stadt vergraben
Mit dem Spaten der Schwermut einer Nacht.
Barfüßig renne ich durch die Wiesen
schmecke am dürstenden Gras
Steck meinen Mund in den finsteren Erdspalt
bei der Suche nach dir.

Auf steinernem Boden schlaf ich die Nacht.
Mein Vater im Ohr und im Aug`.
Auf der Lerche sitzt ein Vogel
hütet meine Gedanken und den finstern Schlaf.
Scheu in den Armen der Mutter lieg ich.

Welch Nacht die meinen Puls erfriert!
Welch Schmerz, die Mutter im Paradies!

Ich will doch singen in deinem Namen.
Will Türen und aufgebrochene Herzen wiegen.
Die Sterne fallen auf die alten Hügel
unter der eisigen Fackel des Himmels.

Angelika Demel
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Donnerstag, 29. Oktober 2009

Rotweißchen

Weine nicht, mein Kind
Ich herze dich ja,
schenk dir den Tau
meines Morgens.
Hol dir die Wolken
zum süßen Himbeersaft.
Grenzenlos deine Gier
Rotweißchen Du.

Weine nicht, mein Herz.
Bring dir die Elefanten
aus dem Morgenland,
dich zu beschenken,
dich zu nähren
mit meiner Lust
Bittertraubenmandelmilch.
Johannisbeerensahne.

Weine nicht,Du Liebes.
Bin überschwemmt
von den heißen Tränen.
Dein Kuß im Aug
im Ohr ,im Mund
Muschelkuschelglücklich
Rette ich dich
aus der Flut.

Morgen
Ja morgen.
Immerzu.

Angelika Demel
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Mittwoch, 28. Oktober 2009

So what

Mein unsicherer Gang
der mich zwang
mich an dir zu betrinken,
ließ mein Schiff in mir sinken.
Die Sonne verdrückte sich auch
und die Liebe kroch klebrig
untern Rosenstrauch.
Wo ist sie, deine Hand,
die mein Fleisch meistens fand?
Ist sie gegangen
aus Angst es zu lieben
es nicht haben zu dürfen
und dich zu verbiegen?
Wo ist sie, deine Zeit,
die ich früher nicht hatte
und du jetzt bestimmst
aus Angst vor dem großen Streit?

Ach ja,
krächzt mein Herz
Ach ja,
seufzt mein Blut
Ach ja, flüster ich dir zärtlich:
Laß uns nur noch einmal
Loslassen
Loslassen
Loslassen
Dann ist alles gut.

Angelika Demel
siehe auch:

Die Kätzin

Die Kätzin
hat den Kater
verjagt,
die Jungen
in ihre
Höhle
verbannt.
Eingebrannt
das Brandmal
seiner
Pranke
in ihrem
Aug,
ihrer Zung`
ihrer Lieb`.
Nur schlafen,
nur sinnen,
nur nähren
mit
süßer
Muttermilch
die Kinder
einer
Rose
einer
Frucht
einer
Flut.
Abendrot.
Winternacht.
Die Kätzin
leckt
der
Sonne
den Saft.
Es dämmert.
Es dämmert.

Angelika Demel
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