Samstag, 6. Februar 2010

Tageslauf




Ein goldenes Schloss
zum Bohnencafe.
Ein Haustier mittags
neben Rouladen.
Deine Hand, wenn es
draussen dämmert.
Zur Nacht ganz allein.


Angelika Demel

Freitag, 5. Februar 2010

Vom Frieden

Sanft ruhen die Maschinengewehre,
taufrisch die Lust an der Wand.
Habe meine Munition vergraben,
auf dem Friedhof, neben dem Mond.


Ohne Kleid renne ich zum Licht,
an jenem Morgen, höre den Knall
und die Wucht am schimpfenden
Himmel, schmecke bitteren Regen.


Ich singe Alt mit den Sternen,
verwundet ruht der Zorn
der letzten Nächte in deinem Bette,
träumt vom Frieden und einem Lied.


Angelika Demel


gewidmet meinen Vätern

Mittwoch, 27. Januar 2010

Unter dem Handtuch die Stille

 
Hellrotes  Blut unterm Handtuch,
veränderte Stimmen im Raum
zerrissen mein Innres, wie die
Gedanken kreisten, lauscht' ich der Flut.
 
Brennender Schmerz an der Wand,
die Menschen im Raum plötzlich
leiser, als sie mich fragten,
wie ich mich fühl' in der Not.
 
Die Stille danach liess das Herz schneller
schlagen, kauernd auf einer Liege,
ich fror und träumte von Liebe auf
einer Parkbank mit dir.
 
Der Schatten neben mir wich, sprach
ein langes, freundliches Wort , als säh
er das  Kind, verlassen  am blutigen
Morgen, beweint von der Mutter .
 
Ich zog meine Strumpfhose an, die Stiefel
den Mantel in Rosa und gab noch die Hand
zum Gruß, nahm sie wieder, barg sie
in Handwärmertaschen und ging.


Angelika Demel

Montag, 25. Januar 2010

Spielgefährte


Trapez

Worte torkeln
im Ruderboot.
Ich seh`dich nicht,
singe deine Lieder,
turn`
am Trapez.

Helles Licht
am Abgrund.
Du hilfst mir
das Haar kämmen,
küssest zärtlich
neben Elefanten.

Angelika Demel

Donnerstag, 21. Januar 2010

Wach

Abschied nehmen,
Gedanken verglühen.

Acker zerhacken,
Raben verjagen .

Auf Wolken sitzen,
zur Erde spähen.

Den Rufen lauschen,
ins Dorf hören.

Angst haben,
Achterbahn fahren.

Fröhlich lachen,
dem Mond winken.

Die Natter füttern,
den Ruhm beweinen.

Eitelkeit nähren,
in Asphalt brennen.

Die Wälder begrünen,
kein Echo finden .

In den Spiegel sehen,
das Lachen trinken.

Schwarze Hunde füttern,
bei den Kindern träumen.

Den Frühling begrüssen,
wach werden.

Angelika Demel

Gedicht

Zweimal lesen.
Vanilleduft.
Herz zerreissen.
Wasserspiel.
Liebe verschlingen.
Einmal lesen.
Besitzen.

Zweimal lesen.
Märchen verschenken.
Erdkugel.
Gänseblümchen.
Einmal
Gefühl halten.
Davonfliegen.



Angelika Demel

Gewidmet meinem besten Freund

Randgruppen

Im Finale des Internationalen Contests
"Hungernde Kinder auf der Gustav Heinemann Brücke"

Samstag, 16. Januar 2010

Abschied

Als ich gestern mit dem gläsernen Aufzug von Schneewittchen hinabfuhr und anschliessend über das Eismeer vor dem Haus schlitterte, weinte ich ein wenig. Winzig kleine Tränen kullerten aus meinen Augen und nippten vorsichtig am Mundwinkel. Ich öffnete das Tor, schluckte sie wie eine Perlenkette und wie deine letzten Worte.
Du hattest in meine Wangen gekniffen und mich hastig auf die Lippen geküsst. Ich schien erschrocken, hielt dennoch deine Hand, die du mir zuletzt reichtest ,wie nach einem Geschäftsabschluss. Merkwürdig, sich so zu verabschieden nach den Wirrungen der letzten Monate. Eine Kreislaufschwäche überfiel mich einen Augenblick- ich schwankte und hielt mich keuchend am Türblatt fest. Danach holte ich tief Atem und verliess dich -irgendwie erleichtert,stolperte davon wie ein Schulkind.
Wie gut du zu mir warst , hätte ich dir noch sagen wollen, und wie froh ich denn sei, dich zu kennen. Freunde waren wir geworden ,wollten wir bleiben, so wie man es eben sagt, wenn man sich verlässt.
Die grauen Nilpferde am Himmel lachten dazu, die Sterne kicherten, während der Mond schnarchte.
Ich genoss die warmen Tränen im Mund ,trank sie wie ein Pfand .
Ein Fohlen war ich nun und hüpfte über glitzernde Pfützen .Nein, ich wollte dich nicht vergessen, aber ich würde dich auch nie mehr begrüssen in einer Nacht wie dieser.
Ich winkte den johlenden Nilpferden am Himmel zu und fuhr leise nach Hause.

Angelika Demel

Donnerstag, 14. Januar 2010

Dichterlesung Bayrischer Ärzte


Bayrisches Ärzteblatt Januar 2010 :
Adventslesung der Landesgruppe Bayern
des Bundesverbandes Deutscher Schriftstellerärzte